Valbruna AN 4 / 1.4539

Beim Werkstoff 1.4539 handelt es sich um einen austenitischen, nichtrostenden Edelstahl. Durch die hohen Legierungsanteile von Nickel und Chrom in Verbindung mit den zusätzlichen Legierungselementen Molybdän und Kupfer hat dieser Werkstoff eine gute allgemeine Korrosionsbeständigkeit.
Diese gilt insbesondere bei reduzierenden Säuren mittlerer Aggressivität, wie Schwefel- oder Phoshorsäure, wie auch chloridhaltige Medien.

Typische Anwendungsbereiche dieses Werkstoffs sind:

  • Rauchgaswäscher und Rauchgasentschwefelungsanlagen
  • Rauchgasanlagen (Kaminbau)
  • Teile für Kühlkreisläufe, die mit Meer- oder Brackwasser betrieben werden
  • Teile für die Zellstoff- und Papierindustrie
  • Schwimmbadtechnik
  • Anlagen und Apparate für die Düngemittelindustrie
  • Beschläge und Zubehör für Sportboote (Meerwasserbetändigkeit)
  • Anlagenteile der Schwefel- und Phosphorsäure benutzenen Chemie
  • Gehäuse für Armbanduhren (körperschweißbeständig und polierbar)

Lieferformen:

  • Rund-Stahl EN 100060 / EN 10278
  • Flach-Stahl EN 10058 / EN 10278
  • Vierkant-Stahl EN 10059 / EN 10278
  • Sechskant-Stahl EN 10278
  • Winkel-Stahl EN 10056

Gängige Spezifikationen (Stabmaterial)

DIN-Kurzbezeichnung:X1 NiCrMoCuN 25-20-5
Werkstoffnummer:1.4539
EN:10088-3
VdTÜV-Werkst.Bl.:421
ASTM:B 649 UNS N 08904

Chemische Analyse

Chem. ElementEN 10088-1
 min.max.
C00,02
Si00,70
Mn02,00
P00,030
S00,010
Cr19,021,0
Mo4,005,00
Ni24,026,0
N00,15
Cu1,202,00
FeRest 

Physikalische Eigenschaften

mittlerer Wärmeausdehnungsbeiwert ( 10(-6)K(-1) )

20°C – 100°C15,1
20°C – 200°C15,5
20°C – 300°C15,8
20°C – 400°C16,1
20°C – 500°C16,5
20°C – 600°C16,9

Wärmeleitfähigkeit ( W/(Km) )

bei Raumtemperatur11,6
bei 100°C12,4
bei 200°C13,3
bei 300°C14,4
bei 400°C15,8
bei 500°C17,4
bei 600°C18,8

spezifischer elektrischer Widerstand ( Ohm x qmm / m )

bei Raumtemperatur0,095
bei 100°C0,0985
bei 200°C0,103
bei 300°C0,106
bei 400°C0,112
bei 500°C0,1155
bei 600°C0,118

spezifische Wärme ( J/kgK )

bei Raumtemperatur450
bei 100°C455
bei 200°C470
bei 300°C490
bei 400°C515
bei 500°C525
bei 600°C530

Elastizitätsmodul (Richtwert) (GPa)

bei Raumtemperatur197
bei 100°C188
bei 200°C185
bei 300°C179
bei 400°C172
bei 500°C168

Dichte (kg x m(-3))

 8100

Schmelzbereich

 1360 °C - 1420 °C

Permeabilität bei 20°C

 < 1,01

mechanische Eigenschaften bei Raumtemperatur

Angegebene Werte gelten für Stangen bis max. 160 mm gem. EN 10088

Dehngrenze Rp0,2 (N/mm2):min. 320
Dehngrenze Rp1,0 (N/mm2):min. 260
Zugfestigkeit Rm (N/mm2):530 - 730
Bruchdehnung A5 (%):min. 40
Härte HB 30:>= 230

mechanische Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen

FestigkeitskennwertLieferzustandTemperatur °C
100200300400500550
Rp0,2lösungs-
geglüht
205175145125110105
Rp1,0295205175155140135

Wärmebehandlung

Schmelzbereich:1360 °C – 1420 °C
Lösungsglühen:1050 °C - 1150 °C
Warmformgebung:1200 °C - 900 °C
Abkühlung:Luft

Schweissen

Der Werkstoff 1.4539 ist mit allen gängigen Schweißverfahren schweißbar, eine Gasschweißung sollte jedoch nach Möglichkeit nicht gemacht werden. Die Werkstücke sollten spannungsfrei, metallisch blank und schmutzfrei sein. Es sollte darauf geachtet werden mit möglichst geringer Wärmeeinbringung zu schweißen. Entstehende Anlauffarben und Zunder müssen durch Beizen, Schleifen oder Strahlen entfernt werden, da diese die Korrosionseigenschaften negativ beeinflussen.

Spanende Bearbeitung

Der Werkstoff 1.4539 sollte möglichst im geglühten Zustand bearbeitet werden. Wegen seiner Neigung zur Kaltverfestigung sollte eine niedrige Schnittgeschwindigkeit gewählt werden. Die Schnitttiefe ist so zu wählen, daß eine vorherige Verfestigungszone unterschnitten werden kann. Wenn möglich ist das Schnittwerkzeug ständig im Eingriff zu halten. Wegen der geringen Wärmeleitfähigkeit sollten Werkzeuge aus hochwertigem Schnellarbeitsstahl (gute Kühlung!) oder besser Hartmetallwerkzeuge eingesetzt werden.

Hinweis

Alle Angaben über die Beschaffenheit, und die Empfehlungen über die Verwendbarkeit des Werkstoff und seiner Lieferformen erfolgen nach sorgfältiger Recherche und nach bestem Wissen. Eine Gewähr kann jedoch nicht übernommen werden. Im Auftragsfalle bedürfen sie stets der besonderen schriftlichen Vereinbarung.